Zahnpflege bei Hunden

Ein gesundes Gebiss ist bei unseren Haustieren zwar nicht mehr unbedingte Voraussetzung zum Überleben, wie es bei den wildlebenden Artgenossen der Fall ist, dennoch ist es aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen sehr wichtig.

Man sollte bereits im Welpenalter mit der Zahnpflege beim Hund beginnen. Sei es durch regelmäßiges Zähneputzen, diverses Spielzeug zur Zahnpflege oder auch spezielle Zahnfutter, die mithelfen der Entstehung von Zahnbelägen vorzubeugen. Sie sollten die Zähne ihres Hundes auch regelmäßig bei der Gesundenuntersuchung im Rahmen der Impfung kontrollieren lassen. Dabei können bereits beim Welpen oder Junghund Zahnfehlstellungen und Störungen beim Zahnwechsel erkannt und gegebenenfalls korrigiert werden.

Zahnwechsel: Das sollten Sie beachten

Der physiologische Zahnwechsel vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss erfolgt während des 4. und 7. Lebensmonats. Vor allem bei Kleinrassen kommt es dabei immer wieder zu einem Stehen bleiben der Milchzähne neben den bereits nachgekommenen bleibenden Zähnen. Wenn diese Milchzähne nicht von selbst ausfallen, müssen sie gezogen werden, da sonst Fehlstellungen der bleibenden Zähne die Folge sind. Da die vorbeugenden Maßnahmen in den meisten Fällen aber nur ungenügend durchgeführt werden, sind Mundhöhlenerkrankungen bei unseren Haustieren sehr häufig festzustellen. Auffällige Symptome sind: Unwilligkeit oder Unmöglichkeit Nahrung aufzunehmen, Speicheln, verschmierte Nasenspiegel und Lippengegend, Schwellungen und übler Mundgeruch. Bei gestörter Fresslust ist darauf zu achten, ob die Tiere Interesse an Futter zeigen und versuchen, welches aufzunehmen, es dann aber z. B. wegen Schmerzempfindung unterlassen, oder ob sie sich von Beginn an demonstrativ vom Futter abwenden wegen einer durch Allgemeinstörung bedingten Appetitlosigkeit. Häufige Ursachen für Zahnschäden sind sowohl mechanischer, wie fütterungsbedingter als auch genetischer Art. Durch Untugenden, wie Spielen mit Steinen, Nagen an Gitterstäben bei Zwingerhaltung oder an Gartenzäunen, sowie ungeeignetem Spielzeug (Tennisbälle) entstehen irreversible Schäden am Gebiss. Beim Hund wird Karies, im Gegensatz zum Menschen, sehr selten beobachtet. Bei einseitiger Ernährung mit zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, v.a. Süßigkeiten, aber auch bei Verwendung von halbfeuchten Mischfuttermitteln mit größeren Zuckermengen besteht dennoch ein Risiko. Dabei scheinen kleinere Hunderassen wegen der bei ihnen üblichen Fütterungspraxis stärker disponiert zu sein als größere.

Zahnstein & Zahnfleischentzündungen

Bakterien werden normalerweise durch Selbstreinigung mit dem Speichel, Zungen – und Backenbewegungen durch Kauen und Nagen und durch die körpereigene Abwehr unter Kontrolle gehalten. Nehmen die Bakterien aber trotz dieser Maßnahmen und durch ungenügende Zahnpflege übermäßig zu, so entsteht zuerst gelb – grauer weicher Zahnbelag (Plaque) und in weiterer Folge, durch Einlagerung von Mineralien, Nahrungsresten und abgeschilferten Zellen, harter Zahnstein. Durch den Zahnstein, der meistens auf das Zahnfleisch drückt, kommt es in weiterer Folge zu Zahnfleischentzündungen, Wurzeleiterungen und Zahnausfall. Von Zeit zu Zeit wird es bei den meisten Tieren unvermeidlich sein, dass der Zahnstein tierärztlich mit Hilfe eines Ultraschall – Zahnsteinentfernungsgerätes entfernt wird. Dieser Eingriff bedarf beim Tier einer Narkose, welche heutzutage aber schon so schonend sein kann, dass das Risiko auf ein Minimum reduziert werden kann. Sollten Sie Bedenken auf Grund der notwendigen Narkose haben, so sprechen Sie bitte darüber mit uns.

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